Mein Weg zum Coaching

Mein Weg zum Coaching

Vor beinahe zwei Jahren ließ ich meine Arbeit als verbeamtete Sonderschullehrerin hinter mir, kündigte und beschloss einen neuen Weg einzuschlagen. Diese Entscheidung war keine leichte. Ich machte die Arbeit ursprünglich sehr gerne, war überzeugt von den Inhalten und Werten, brannte für das Unterrichten, Bilden und Begleiten meiner Schülerinnen und Schüler. Dafür hatte ich viele Jahre Studium, Ausbildung und Arbeit investiert.

Nach einiger -nicht allzu langer- Zeit stellte sich jedoch heraus, dass ich zwar gut im Job, der aktuelle Job aber nicht gut für mich war. Das Beamtentum ist eher starr anstelle von flexiblen Lösungen und konnte mir keine Alternative bieten.

Ich besuchte ein Coaching, um mir über mögliche Lösungen, Wege und auch Ziele, die ich verfolgte, klar zu werden. Es stellte sich heraus, dass ich bereits -unbewusst- entschieden hatte, meinen Beruf zu verlassen und einen neuen Weg zu suchen. Welchen wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Nur, dass der bisherige Weg hier enden sollte.

Dies mit einem Coach zu erarbeiten war für mich unendlich erleichternd. Zum ersten Mal standen meine Bedürfnisse im Mittelpunkt, niemand wusste es für mich besser sondern der Fokus lag ganz auf meinem individuellen Empfinden. Hatten mir vorher meine Familie und Freunde immer wieder gesagt, dass es so nicht weitergehen könne, konnte ich nicht ‚einfach so‘ aufhören. Ich fühlte mich verantwortlich für meine Klasse, die anderen Lehrenden, die Schule, sodass ich ‚einfach aufhören‘ nicht einmal denken konnte.

Im Coaching ging es dann vorrangig um meine Werte, einen Weg, wie ich ihn denken und dann auch gehen könnte sowie um weitere Entwicklungspotenziale, die ich anstrebte. Ich war plötzlich in der Lage – durch passende Fragestellungen und eingesetztes Werkzeug, wie ich heute nachvollziehen kann – neue Perspektiven zuzulassen. Mir zuzutrauen, den bisherigen Werdegang zu hinterfragen, neu zu bewerten, zu erkennen was gut, aber eben auch was schlecht daran war. Warum ich den Job gewählt hatte, anzuerkennen, was ich gut konnte und warum es Sinn machte, mich ab jetzt neu zu orientieren.

Verantwortung für mich zu übernehmen, mein Verantwortungsbewusstsein anderen gegenüber zu hinterfragen.

Erwartungen zu benennen und neu zu bewerten.

Meine Reflexionsfähigkeit zu nutzen, auf meine Begeisterungsfähigkeit zu vertrauen und darauf, dass ich einen neuen Weg finden würde. Vielleicht nicht sofort aber bald.

Die Wirksamkeit des Coachings überraschte mich sehr. Ich war mit wenigen Erwartungen eingestiegen, hatte gehofft, ein bisschen was zu bearbeiten und dann wieder zu ‚funktionieren‘.

Die Tiefe und die Formen der neuen Perspektiven überwältigten mich. Bereits nach den ersten Sitzungen fühlte ich mich erheblich leichter, blickte zuversichtlich in die Zukunft und fühlte mich zurück auf Kurs – meinem Kurs.

Ich erarbeitete mir meine Freiheit zurück. Zunächst äußerlich, durch die Kündigung, den Freiraum meiner Zeit, dann auch innerlich, im Kopf sowie im Bauchgefühl, dass ich lange Zeit ignoriert hatte.

Und dann wollte ich das auch: Menschen begleiten, ihren eigenen Weg zu finden. Ihnen die Wirksamkeit des Coachings zugänglich machen. Sie in ihren Herausforderungen unterstützen, Probleme gemeinsam bewältigen, Reflexionsfähigkeit ausbilden, Selbstvertrauen stärken. All das wovon ich profitieren durfte, mit der Welt teilen. Wege finden, mit denen das Leben leichter, schöner, flexibler, freier, echter sein kann und darf.

Nicht immer sind es die großen Veränderungen, die die Lebensqualität steigern, nicht alle Möglichkeiten, wie das Leben sein soll, werde und kann ich hier abbilden.

Manchmal kann schon ein kleiner Perspektivwechsel eine Menge verbessern, manchmal bedarf es einiger Zeit, um an den Kern unserer eigentlichen Bedürfnisse zu gelangen.

Es bietet dennoch einen ersten Einblick, wie Coaching wirken kann, was wir selbst verändern können und wie wir befähigt werden, unsere Entscheidungen selbst in die Hand zu nehmen, selbst die Verantwortung zu übernehmen, wenn wir wollen.